Code of Conduct

In Zeiten polarisierender gesellschaftlicher Debatten wird Sprache schnell zu einem Machtmittel von Exklusion oder Inklusion. Eine interkulturelle Sensibilität in Sprache und Verhalten ist die Basis des Zusammenarbeitens innerhalb des Museums und damit auch von den Besuchenden erfahrbar.
Leitlinien
Ein Code of Conduct (CoC) im Museum definiert ethische und rechtliche Richtlinien für das Verhalten der Mitarbeitenden und der Besucher*innen. Er schafft Klarheit über soziale und sprachliche Verhaltensweisen und fördert die Kultur des Respekts, der Toleranz und der Fairness. Durch die Verankerung gemeinsamer Werte trägt er beispielsweise dazu bei, Diskriminierung, Rassismus und andere Formen der Menschenfeindlichkeit aktiv zu verhindern. Auch das Tragen von Symbolen auf Haut oder Kleidung kann Botschaften enthalten, die andere verletzen oder/und verboten sind.
Als Grundlage für die Formulierung des CoC können der Code of Ethics for Museums (ICOM) und das Leitbild des Museums (DMB) dienen. Generell bindend ist ein sozial respektvolles Verhalten. Das betrifft den Umgang untereinander, den Umgang mit Geschäftspartner:innen und den Umgang mit den Besuchenden – nach dem Prinzip: „Wir sind ein einladendes freundliches Haus und heißen unsere Gäste willkommen“.
Mögliche Schwerpunkte
Anwendungsbereich
Klare Definition, für wen und für welche Bereiche der Code gilt, beispielsweise für alle Mitarbeitenden unabhängig vom Beschäftigungsstatus.
Im Idealfall: von allen Beschäftigten im Haus unterschreiben lassen.
Verhaltensgrundsätze
Leitlinien zu achtungsvollem Verhalten, das Respekt, Toleranz, Menschenwürde und Gleichbehandlung fördert. Dazu gehört auch das Untersagen von diskriminierenden, rassistischen, sexistischen und anderen Belästigungen.
Anerkennung
der am Haus vertretenen Wissenschaftlichkeit, Meinungs- und Kunstfreiheit.
Kunstfreiheit und Kulturauftrag
Schutz der künstlerischen Freiheit bei gleichzeitiger Achtung der Menschenwürde und der gesellschaftlichen Verantwortung.
Nachhaltigkeit und Verantwortung
Berücksichtigung von nachhaltigem Umgang mit Ressourcen und sozialer Verantwortung der eigenen Institution.
Umgang mit Konflikten und Beschwerden
Regeln und Verfahren für den Umgang mit Verstößen gegen den Code. Verweis auf Meldemöglichkeiten und potenzielle Sanktionen.
Einhaltung rechtlicher Vorgaben
Einhaltung der geltenden Gesetze (BGB)
und Vorschriften.
Schulungen und Kommunikation
Intern Maßnahmen zur regelmäßigen Information und Sensibilisierung für Mitarbeitende bezüglich des Codes etablieren.
Regeln und Verfahren für den Umgang mit Verstößen gegen den Code, Meldemöglichkeiten und Sanktionen.
Abschließend
Der Code of Conduct sorgt für klare Orientierung, fördert das respektvolle Arbeits- und Besuchsumfeld und unterstützt die professionelle und ethisch verantwortliche Museumsarbeit.
Im besten Fall wird der Code of Conduct in einem Workshop von den Mitarbeitenden oder einer durch alle Mitarbeitenden ausgewählten Arbeitsgruppe entwickelt. Um ein möglichst umfassendes Commitment zu erreichen, sollte der Code of Conduct von allen Mitarbeitenden unterschrieben werden.